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Fünf häufige Fehler bei der Lebensmittelkennzeichnung

Die Anforderungen an die Lebensmittelkennzeichnung sind komplex. Verbraucher werden immer kritischer und wollen gut informiert sein, um wohlüberlegte Entscheidungen treffen zu können. Die Lebensmittelkennzeichnung ist jedoch aufgrund vieler Rechtsvorschriften eine komplexe Angelegenheit. Die meisten Etiketten, die unsere Spezialisten sehen, entsprechen nicht den gesetzlichen Anforderungen. Lesen Sie hier, wie Sie häufige Fehler bei der Lebensmittelkennzeichnung Ihrer Lebensmittelprodukte vermeiden können.

  1.  Abbildung der Zutaten

Oft werden Bilder verwendet, um zu zeigen, welche Inhaltsstoffe ein Produkt enthält oder welchen Geschmack es hat. Diese Bilder sollten nicht irreführend sein, jedoch kann hierbei einiges schief gehen.

Als Beispiel nennen wir ein Produkt mit Orangengeschmack, auf dem Orangenspalten abgebildet sind. Das Produkt enthält jedoch keine Orangen, sondern nur ein Orangen-Aroma.  Gemäß den gesetzlichen Anforderungen, muss dann „Geschmack“ oder „Aroma“ deutlich in der Nähe des Bildes angegeben werden.

Enthält das Produkt ausschließlich den Zucker einer Frucht , ist eine Fruchtabbildung  auch gar nicht erlaubt.

Werden Zutaten in Wort, Bild oder grafischer Darstellung auf dem Etikett gut sichtbar angegeben, muss in der Bezeichnung des Lebensmittels oder in der Zutatenliste der Anteil der Zutat in Prozent angegeben werden.

In einigen Fällen können auch Zutaten abgebildet werden, die nicht im Lebensmittel vorhanden sind. Zum Beispiel, wenn das Bild das Endergebnis nach der Zubereitung gemäß Gebrauchsanweisung zeigt, oder wie das Lebensmittel verwenden werden könnte. In diesen Fällen, muss dann „Serviertipp“ oder „Serviervorschlag“ in der Nähe der Abbildung angegeben werden.

2. Bezeichnung der Zusatzstoffe

Die korrekte Angabe von Zusatzstoffen erweist sich oft als schwieriger Punkt. Oft werden die richtigen Namen von Zusatzstoffen oder Kategorien nicht verwendet oder die Kategorie nicht angegeben. Es gibt zwei Möglichkeiten, einen Zusatzstoff in der Zutatenliste anzugeben:

  1. Der Kategoriename gefolgt vom spezifischen Namen des Zusatzstoffs, zum Beispiel: Antioxidant: Zitronensäure
  2. Der Kategoriename gefolgt von der E-Nummer, zum Beispiel: Antioxidant: E330

Die gesetzlich vorgeschriebenen Namen sind einzuhalten. Andere Namen dürfen nicht verwendet werden. Außerdem darf die Bezeichnung eines Zusatzstoffs nicht für eine andere Zutat als einen Zusatzstoff verwendet werden. Anhang II der Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 listet die Namen und Nummern der Zusatzstoffe auf. Anhang VII, Teil C der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 listet die Funktionskategorien von Zusatzstoffen auf.

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3. Adressdaten

Unsere Spezialisten sehen oft, dass die Adressangaben auf der Verpackung nicht vollständig sind. Beispielsweise werden nur ein Firmenname und eine Website aufgelistet.

Die Liste der Pflichtangaben (Verordnung (EU) Nr. 1169/2011, Artikel 9) sieht vor, dass dies anzugeben ist: „Name oder Handelsname und Anschrift des Lebensmittelunternehmers gemäß Artikel 8 Absatz 1“.

Dies ist der Unternehmer, unter dessen Namen oder Handelsnamen das Lebensmittel in den Verkehr gebracht wird, oder, wenn der Lebensmittelunternehmer nicht in der Europäischen Union ansässig ist, der Importeur, der das Lebensmittel in die EU einführt.

In der Praxis bedeutet dies, dass die vollständige Anschrift (Name, Straße, Hausnummer, Postleitzahl, Geschäftssitz) des Betreibers angegeben werden muss. Anstelle eines Straßennamens kann auch ein Postfach verwendet werden. Die bloße Angabe einer Telefonnummer, E-Mail-Adresse oder Website reicht nicht aus. Diese können zusätzlich angegeben werden.

 

4. Einträge im selben Sichtfeld

Die Bezeichnung des Lebensmittels und Nettomenge sind in fast allen Fällen auf der Verpackung angegeben.Aber sie befinden sich nicht immer im selben Sichtfeld.Artikel 13 Absatz 5 der EU-Verordnung Nr. 1169/2011 legt fest, welche Pflichtangaben im selben Sichtfeld erscheinen müssen:

  • Die Bezeichnung des Lebensmittels
  • Die Nettomenge des Lebensmittels
  • Bei Getränken mit einem Alkoholgehalt von mehr als 1,2 % vol: der vorhandene Alkoholgehalt.

Das Sichtfeld ist definiert als „alle Oberflächen einer Verpackung, die aus einem einzigen Blickwinkel gelesen werden können“. Bei einer rechteckigen Verpackung muss dies nicht unbedingt die gleiche Seite sein, aber auf einen Blick lesbar sein.

5. Bezeichnung des Lebensmittels

Der Name eines Lebensmittels ist oft deutlich auf der Vorderseite des Produkts angegeben. Dieser darf erfunden sein und muss nicht notwendigerweise das Lebensmittel benennen. Jedoch muss jedes verpackte Lebensmittel eine rechtliche, verkehrsübliche oder beschreibende Bezeichnung enthalten, um klarzustellen, um welche Art von Lebensmittel es sich handelt. Oftmals sehen wir, dass diese fehlt oder ist nicht ausreichend deutlich ist. Dieser Fehler führt oft auch zu Abmahnungen seitens der Behörden.

Für die meisten Lebensmittel wurde in der europäischen oder nationalen Gesetzgebung eine rechtlich vorgeschriebene Bezeichnung festgelegt. Zum Beispiel: „Milchschokolade“. Diese Bezeichnung darf nicht für andere Produkte verwendet werden.

Wenn keine gesetzlich vorgeschriebene Bezeichnung existiert, sollte eine verkehrsübliche (Verkehrsbezeichnung) oder, falls es diese nicht gibt, eine beschreibende Bezeichnung angegeben werden. Im letzteren Fall sollte eine Bezeichnung gewählt werden, die von Verbrauchern ohne Erklärungsbedarf verstanden wird und deutlich von anderen Produkten, mit denen es verwechselt werden könnte, unterschieden werden kann. Eine beschreibende Bezeichnung ist beispielsweise: „Marinierte gebratene Hähnchenschenkel in Erdnusssoße, gefroren“.

In manchen Fällen muss neben der Bezeichnung des Lebensmittels eine zusätzliche Angabe gemacht werden. Diese sind in den Anhängen III und VI der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 aufgeführt. Beispielsweise bei Lebensmitteln mit einem oder mehreren Süßungsmitteln: „mit Süßungsmittel(n)“. Die Bezeichnung muss nicht unbedingt auf der Vorderseite der Verpackung angegeben werden, sie muss jedoch gut sichtbar und lesbar sein.

Forschung & Beratung

Stillstand ist Rückschritt. Handelshäuser, Landwirte und Gärtner investieren daher in Innovationen in den Bereichen Nachhaltigkeit, Hygiene, Produktionssteigerung und neue Produkte. Aber wie kann man Produkte nachhaltiger, besser und gesünder machen? Wir bieten Ihnen ein umfangreiches Forschungszentrum aus einer Hand, in dem alle Wissensgebiete zusammengeführt werden. Mit Forschung und maßgeschneiderter Beratung stehen wir Ihnen in Ihrem Innovationsprozess gerne zur Seite. Außerdem können wir Sie bei der Beantragung von Zuschüssen unterstützen.

Möchten Sie mehr auf dem Gebiet des nachhaltigen Pflanzenschutzes, wie den Einsatz von grünen Produkten oder biologischen Pflanzenschutzmitteln, tun? Oder sehen Sie Möglichkeiten zur Optimierung der Produktion oder des Anbaus, zur Wiederverwendung von Wasser oder organischen Abfallströmen? Wir denken gerne mit! Auch wenn es darum geht, Kontaminationen beim Anbau oder Handel zu verhindern und neue Produkte für eine gesetzliche Zulassung zu testen oder zu entwickeln.

Unser Forschungsteam unterstützt Ihren Innovationsprozess und verfügt über modernstes Wissen in verschiedenen Bereichen. Von Schädlingen und Pflanzenkrankheiten über Biotechnologie und Algen bis hin zu Düngung und Anbau(-systemen).

Forschung & Beratung in Kürze

  • Biotechnologie, Fermentationen, Algen und DNA-Sequenzanalyse
  • Mikrobieller Pflanzenschutz, Verunreinigungen in Lebensmitteln und Betriebshygiene
  • Anbau, Sensoren, Düngung und Inhaltsstoffe
  • Pflanzenkrankheiten, Schädlinge und natürliche Pflanzenschutzmittel

Vor Ort oder aus der Ferne, wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung.

Andre van der Wurff

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Die Qualität von Steinobst

Steinobst spielt eine einzigartige Rolle im Obstsortiment. Pfirsiche, Nektarinen, Pflaumen und Kirschen bieten Verbrauchern ein einzigartiges Geschmackserlebnis. Steinobst von guter Qualität ist eine Herausforderung. Wie können Erzeuger, Lieferanten und Händler diese angehen?

Es gibt viele Pfirsich- und Nektarinensorten, aber alle haben eine sehr kurze Saison. Die Ernte der meisten Sorten erfolgt in der Regel in wenigen Wochen. Um Steinobst im gesamten europäischen Frühjahr und Sommer verkaufen zu können, muss ein Supermarkt in Nordeuropa auf eine lange Sortenpalette und unterschiedliche Anbaugebiete zurückgreifen. Außerdem gibt es Zeiten im Jahr, in denen kein Steinobst produziert werden kann. Steinobst ist damit die einzige Produktgruppe innerhalb des Fruchtsortiments, die nicht ganzjährig verkauft werden kann.

Eine zusätzliche Herausforderung besteht darin, dass es sowohl weiß- als auch gelbfleischige Nektarinen- und Pfirsichsorten gibt. Die klassischen Pfirsiche und Nektarinen sind gelbfleischig. Die neueren Sorten sind oft weißfleischig und weniger sauer. Das Geschmackserlebnis dieser weißfleischigen Sorten ist daher süßer. Einige der neuen weißfleischigen Sorten haben auch einzigartige Geschmacksvariationen.

Die Bereitstellung eines konsistenten Geschmacks ist daher eine Herausforderung, da die weiß- und gelbfleischigen Sorten parallel laufen. Um den Verbrauchern ein einheitlicheres Geschmackserlebnis zu bieten, führen einige Supermarktketten daher weiß- und gelbfleischige Sorten als separate Produktlinien.

Ihr Partner in der Welt der Frischeprodukte

Qualität und Verfügbarkeit von Obst und Gemüse unterliegen ständigen Schwankungen. Neben alltäglichen Tätigkeiten wie Obst- und Gemüsebesichtigung gibt es neue Herausforderungen. Denken Sie an die Reduzierung von Verpackungsmaterialien, die zunehmende Konzentration auf Geschmack, das Frischewissen neuer Mitarbeiter, die Verbesserung von Spezifikationen, die Optimierung saisonaler Übergänge und die Einführung neuer Anbautechniken.

Normec Foodcare ist Ihr Partner in dieser komplexen Obst- und Gemüsewelt.

Unser Team von Obst- und Gemüseexperten ist für Sie da. Mit unserem langjährigen Wissen und unserer Erfahrung wissen wir besser als jeder andere, wie Sie als Erzeuger, Importeur oder Supermarktkette einen Unterschied bei frischen Produkten machen können.

 

QS-Prüfzeichen

Das QS-Prüfzeichen informiert Verbraucher über die zertifizierte und durchgehende Qualitätssicherung bei der Lebensmittelproduktion. Das QS-System ist ein deutsches Qualitätssicherungssystem für frische Lebensmittel (Fleisch-, Obst- und Gemüseprodukte). Das Programm konzentriert sich auf die Prozesssicherung und Rückverfolgbarkeit in allen relevanten Phasen der Lebensmittelproduktion und -vermarktung: von der landwirtschaftlichen Produktion über die Verarbeitung bis hin zur Vermarktung im Laden (Farm to Shop).  Nach Erhalt des Zertifikats darf das blaue QS-Prüfzeichen auf der Verpackung platziert werden.

Lesen Sie mehr auf der Website www.q-s.de.

Halal

Halal ist ein arabisches Wort und bedeutet sauber, es ist auch ein islamischer Begriff, der anzeigt, dass etwas gegessen oder getan werden darf. Die meisten Menschen kennen die Regel, dass Fleisch von legalen Tieren nach den Regeln von Halal geschlachtet werden muss, um es für Menschen des islamischen Glaubens geeignet zu machen. Halal gilt jedoch auch für andere Produkte und Dienstleistungen.

Fleisch

Fleisch, das nach islamischen Vorschriften rituell geschlachtet wurde, wird Halal genannt, was bedeutet, dass das Fleisch gut und sauber ist. Sowohl das Endprodukt als auch alle Vorarbeiten müssen diesen Anforderungen genügen. Dies ist mit einer begrenzten Anzahl von Tieren wie Hühnern, Rindern und Schafen erlaubt. Beim Ritual werden Umwelt- und Tierschutzanforderungen berücksichtigt. Fleisch von Tieren, die nach islamischen Vorschriften geschlachtet wurden, kann mit einem Halal-Gütesiegel versehen werden.

Andere Produkte

Pflanzliche Produkte und Produkte aus dem Meer (z. B. Fisch) sind Halal-geeignet. Diese dürfen jedoch nicht mit Haram (unreinen / nicht zugelassenen) Produkten in Berührung kommen und enthalten auch keine Inhaltsstoffe. Haram-Produkte umfassen Produkte von unreinen Tieren wie Schweinegelatine, Blut und Alkohol. Es ist wichtig, dass der Prozess eines Halal-Produkts nicht mit dem eines Haram-Produkts in Berührung kommt.

Halal-Qualitätszeichen

Halal hat kein offizielles (internationales) Qualitätszeichen und es gibt keine unabhängige Kontrolle. An der Kontrolle von Halal-Produkten und deren Prozessen sind verschiedene Organisationen beteiligt. Jede Organisation hat einen Halal-Standard aufgestellt, den das System des Erzeugers erfüllen muss und der von der Halal-Kontrollorganisation geprüft wird.

Auditoren und Inspektoren prüfen Schlachthöfe, Fleischverarbeiter und Hersteller von Halal-Produkten, ob sie das Qualitätszeichen einhalten. Die Gütezeichen garantieren alle die Halal-Qualität eines Produktes. So sind verschiedene Gütesiegel mit jeweils eigenem Logo im Umlauf.

MSC (Marine Stewardship Council)

Marine Stewardship Council, abgekürzt MSC, ist eine unabhängige, internationale Organisation, die sich für eine nachhaltige Fischerei einsetzt, um die Versorgung der Meere mit Fisch langfristig sicherzustellen. Die Organisation möchte auch das Lebensumfeld der Fische gesund halten. Auf diese Weise versucht MSC, die Generationen nach uns mit Fisch zu versorgen. Um für das MSC-Siegel in Frage zu kommen, müssen Angler und Fischereiunternehmen die folgenden Grundsätze einhalten:

  • Der Fischbestand ist gesund (keine Überfischung)
  • Minimale Auswirkungen auf das Ökosystem
  • Effektives und verantwortungsvolles Fischereimanagement

Alle zertifizierten Organisationen müssen über ein System verfügen, um sicherzustellen, dass Angaben zu zertifizierten Produktarten, Fanggebieten oder Herkunft korrekt sind. Das bedeutet, dass die Herkunfts-, Fanggebiets- oder Artenkennzeichnung an die einschlägigen Rechtsvorschriften des Landes oder der Länder angepasst werden muss, in denen das Produkt gehandelt wird.

Das Qualitätszeichen wird von unabhängigen Zertifizierungsstellen an Produkte aus nachhaltiger und verantwortungsvoller Fischerei vergeben. Die Verbraucher können sicher sein, dass der Fisch aus einer Fischerei stammt, die umweltschonend arbeitet und die Fischbestände für die Zukunft intakt lässt. In Deutschland sind Lachs, Thunfisch und Garnelen mit einem MSC-Gütesiegel erhältlich.

Weitere Informationen: www.msc.org.